|
Seite 1 von 6
Bundeswehr - oder wie ich lernte im Stehen zu schlafen
"Der Krieg ist der Vater aller Dinge." (Heraklit)
Übersetzt: die meisten Erfindungen entstehen durch Krieg (Flugzeuge, Raketen,
Blindenschrift, Autobahnen, ...)
Meine Zeit bei Bundeswehr:
02.05.00 - 28.02.01.
Nach der Grundausbildung eingesetzt als Stabssoldat:
S1 / S3 (Reservisten), Freizeitbeauftragter und Mokel für die
Stabs und Truppenbibliothek. Etwa 2 Monate lang durfte ich alle 3 Ämter
ganz alleine führen. Meine beiden Vorgesetzten waren entweder im Krisengebiet
oder auf Lehrgang.

Dieses Bild konnte ich mir einfach nicht
verkneifen. Meine Grundausbildung in HH-Fischbek als
Panzergrenadier (Grenni)
- Kein Mensch, kein Tier - Ein Panzergrenadier!
- Was ist der größte Feind des Grenadiers? Ein Rasenmäher. Nimmt Licht, Deckung und Nahrung weg.
- Tritt niemals auf einen grünen Stein, denn es könnte ein Grenni sein.
Ich bin einer der Knienden. Der Zwote von rechts. Man beachte das Wort
Zwote. Das Wort Zwei könnte man im Kriegslärm mit Drei verwechseln. Beide enden auf "ei". Ebenso
verhält es sich aber auch mit Ja und Nein, wie ich festgestellt habe - sehr fatal!
Auf dem Bild waren wir gerade beim Biwak (drei Tage frische Luft schnappen...).
Übten gerade die ABC-Kleidung schnellstmöglichst anzulegen (Atom, Bio, Chemie).
Um die Schutzmaske aufzusetzen hat man sieben Sekunden:
Gewehr auf den Boden legen (Mündung auf dem Fuß),
Helm auf den Boden legen,
Schutzmaske aus der ABC-Tasche herausholen und korrekt aufsetzen,
Helm vom Boden aufhnehmen und aufsetzen und dann Gewehr
wieder aufheben ... .
Sieben Sekunden... . Nach kurzem üben schaft man es
sogar.
Aber auf dem Bild sind wir im Vollschutz. Da hat man dann auch noch
den Poncho (Fahrradregenhaube) auf und die ABC-Handschuhe an...und die
Hosenbeine sind über den Stiefeln gezogen und werden von Gummibändern
(sehen aus wie die roten Einmachglas-Gummibänder) an die Stiefel gepresst..
Da die Schutzmaske - natürlich - viel zu eng sitzt und man die Maske bei
dieser Übung stäääändig Rauf und Runter reissen darf, hatte wohl
jeder bei dieser Übung übelste Kopfschmerzen.
Dabei machen die Deutschen die Übungen nur höchstens ein bis zwei Stunden
lang am Stück....normalerweise jedenfalls.
Ein Ausbilder erzählte, die Marines der Amis machen eine Übung wie ABC-Alarm den
GANZEN Tag...und auch nichts anderes.
Bis das Hirn wohl wirklich gänzlich aussetzen muss. Aber damit es auch
wirklich schlimm und langweilig zugleich wird gibt es bei den Amerikanern
dann z.B. auch mal so ne Variation wie:
Man darf erstmal einige Stunden auf'm heißen Boden im Sand liegen. Natürlich
brennt die Sonne dabei einem auf den Rücken und man darf nichts trinken.
Wenn nach einigen Stunden dieser "Übung" dann keiner mehr liegen oder
stehen kann und die Zunge vor Trockenheit gänzlich am Gaumen klebt
wird mit der stundendauernden ABC-Übung angefangen.................... .
Aber Durst hatten WIR auch. Der halbe Liter Wasser, den man hatte, wurde
nur zum Lösen der Zunge vom Gaumen benutzt. Schreckliches Gefühl so
einen Durst zu erleben. Ach ja, währendessen kann man an den Händen
sehen, wie der Schweiß über die Arme von den Händen fließt und tropft.
Irrer Anbklick. Aber man muss halt nicht nur den Durst ertragen, sondern
darf auch noch Leistung bei den Übungen zeigen....... .
|